Nora Weidemann war zehn Jahre Journalistin, bevor sie die Seiten wechselte — und als Pressesprecherin eines DAX-Konzerns lernte, wie es sich anfühlt, wenn um 6:47 Uhr die Bild-Anfrage kommt und um 9:00 Uhr der Vorstand eine Sprachregelung braucht. Sie hat Produktrückrufe, Personalabbau und einen Cyberangriff kommuniziert — und weiß seitdem: In der Krise entscheidet nicht die Eloquenz, sondern die Vorbereitung.
Als Beraterin sieht sie überall dasselbe Muster: Kommunikationsabteilungen sind chronisch unterbesetzt für das, was sie leisten sollen. Pressemitteilungen, Intranet, Social Media, Führungskräfte-Briefings, Krisenprävention — fünf Aufgaben, zwei Menschen. Was zuerst leidet, ist das Vorausdenken: Szenarien, Q&As, Sprachregelungen für den Fall, der hoffentlich nie eintritt.
Der Iris-Agent ist ihre Antwort: eine Agentin, die Entwürfe für alle Formate aus einer Kernbotschaft erstellt, Q&A-Kataloge pflegt und im Krisen-Rollenspiel den kritischen Journalisten gibt. Im Boxenwerk-Workshop bauen Kommunikationsteams ihre eigene Iris — und üben an der Modellfirma den Ernstfall: ein Rückruf-Szenario für einen Energy-Drink, bei dem jede Stunde und jedes Wort zählt.